Unsere Beweggründe –
Der Hintergrund zur Konferenz.

Um gestalten zu können, braucht es Macht. Führungspositionen im Beruf sind dabei eine Möglichkeit sich zu ermächtigen und Gestaltungsmöglichkeiten zu erlangen.

Machtausübung ist eine soziale Praxis.

Das Verständnis von Macht und auch Führung bildet sich in einer stetigen Neuverhandlung darüber heraus, was Macht bedeutet und wie sie ausgeübt wird. Die Konferenz bietet einen Raum, in dem Frauen gemeinsam Wege eruieren, wie Frauen sich be- und ermächtigen können und wie ein zeitgemäßes Verständnis von Macht und Machthaberinnen aussieht.Der gemeinsame Diskurs soll:

  • Entmachten: Rollenclichés entmachten, indem wir Deutungshoheitenund den Zugang zu definitorischer Macht in unserer Gesellschaft kritisch hinterfragen;
  • Bemächtigen: ein Gegengewicht zu bestehenden Machtstrukturenschaffen, indem tradierte Machtkonzepte auf die Probe gestellt und Machtmodelle diskutiert werden, die heterogenen Perspektiven und Lebenswirklichkeiten sowie neuen Führungsmodellen gerecht werden;
  • Ermächtigen: ein gegenseitiges Empowerment ermöglichen durch denAustausch von Erfahrungen, das Sichtbarmachen von Rollenvorbildern und den Aufbau eines Netzwerkes von Frauen untereinander.


Macht bezeichnet die Fähigkeit einer Person oder Gruppe, auf das Verhalten und Denken einzelner Personen, sozialer Gruppen oder Bevölkerungsteile so einzuwirken oder sie so zu beeinflussen, dass diese sich ihren Ansichten oder Wünschen unterordnen und sich danach verhalten. Es zeigt sich, dass Gesellschaft ohne Formen der Machtausübung scheinbar nicht auskommen kann.

Personen in Machtpositionen verfügen über wichtige Gestaltungs-möglichkeiten; sie formen wesentlich unser Arbeitsumfeld, unsere Gesellschaft und definieren unser Zusammenleben. Personen, die Macht haben, definieren auch die Zugangswege zu Macht. Sie entscheiden damit auch, wer Macht ergreifen kann und wie sich Macht und Machtausübung definieren.

Unter den Begriffen leadership, soft power und prestige based power findet dabei eine Nuancierung des Machtbegriffs statt, der neue Wege beschreibt, um Gruppen zusammenzuführen und sie gemeinsam auf ein Ziel auszurichten. Diese neuen Modelle von Macht gehen einher mit neuen Modellen von Führung und Zusammenarbeit wie holocracy oder agiles Management, die weitgehend auf hierarchische Führungsmodelle zu verzichten suchen.

Gleichzeitig wird Macht oftmals noch mit männlich wahrgenommenen Attributen beschrieben, wie körperliche Überlegenheit, Durchsetzungskraft und Lautstärke. Dabei zeigen Studien, dass oftmals eher weiblich konnotierte Faktoren wie Empathie und Überzeugungskraft Führung - und damit eben im Sinne obiger Definition auch Macht - begründen. Auch weil Frauen in Führung immer noch eine Minderheit darstellen, ist Macht zumeist männlich konnotiert.

Frauen übernehmen im Laufe ihres Berufslebens seltener eine Führungs- position und sind seltener in Vorständen und Aufsichtsräten vertreten. Sie verfügen damit seltener über gestalterische Entscheidungsmacht. Dabei haben Frauen bezüglich der fachlichen Qualifikation in den letzten Jahrzehnten bedeutend aufgeholt und sind häufig sehr gut, bisweilen sogar besser qualifiziert als ihre männlichen Mitbewerber.

Persönliche Statements der Initiatorinnen.

Anna Guth

Dabei – deswegen:

Bei mir beginnen Ideen als eine leise Ahnung, die dann immer lauter wird und irgendwann raus muss in die Welt. Ich glaube nicht daran, dass wir Frauen erst ermutigt werden müssen, in Führung zu gehen. Erfahren habe ich aber, dass wir Frauen ganz schön fremd sind in Führungsetagen und dass wir in unserer natürlichen Führungskompetenz ebendort in Frage gestellt werden. Hier möchte ich gemeinsam mit vielen Frauen eine Zukunft schaffen, die nicht in Frage stellt, sondern ermöglicht. Diese Idee ist ganz laut.

Meine Vision für Frauen Macht Führung

Ich bin sehr gespannt, wie der Begriff der Macht und Weiblichkeit in einem gemeinsamen Diskurs räsoniert. Meine Vision ist, dass ein Führungsanspruch durch eine Frau geäußert, keine innere Ablehnung hervorruft, keine Provokation darstellt und nicht nach Relativierung ruft. Jede Frau erfährt sich aktuell in einer (beruflichen) Realität, in der die Haupt- und Gestaltungsrollen vornehmlich männlich besetzt sind. Ich wünsche mir, dass Frauen gemeinsam ihre Stärke erkennen und dass wir in einem Dialog aller Geschlechter unsere eigene Stimme finden.

Das inspiriert mich:

Ich mag Kontraste, weil sie den Blick auf Ecken, Kanten und Grenzen ermöglichen. Veränderungen beginnen im Bewusstsein über Grenzen, die zu hinterfragen sind.

Dr. Caroline Surmann

Dabei - deswegen:

Weil mir Gleichstellung und neue Führungsmodelle - insbesondere eines menschenorientierten Führungsbildes - ein persönliches Anliegen sin

Meine Vision für Frauen Macht Führung:

3 Tage intensiven Austausch, viele inspirierende Begegnungen, neue Denkanstöße

Das inspiriert mich:

Männer und Frauen, die engagiert und unbeirrt anpacken, damit sich Dinge ändern - im Kleinen wie im Großen

Prof. Dr. Fabiola Gerpott

Dabei – deswegen:

(1) Neugier - „Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig“ (Albert Einstein)

(2) Veränderungswille – „Das ist alles, was wir tun können: immer wieder von neuem anfangen, immer und immer wieder.“ (Thornton Wilder)

(3) Tatendrang - "Das habe ich noch nie gemacht, also bin ich ganz sicher, dass ich es kann" (Astrid Lindgren – Pippi Langstrumpf)

Meine Vision für Frauen Macht Führung.

Ich freue mich auf den Tag, an dem es nicht mehr um das führende Geschlecht, sondern um führende Persönlichkeiten geht. Um dorthin zu kommen bauen wir mit Frauen Macht Führung eine Bewegung auf, die gemeinsam aus ihrer Diversität Stärke zieht, um alte Bilder in unseren Köpfen zu entmachten, uns gegenseitig zu bemächtigen und starke Frauen um uns herum zu ermächtigen.  

Das inspiriert mich:

Die Geschichte des Kindes, dass im Zuge der anstehenden Bundestagswahl fragt: „Mama, kann auch ein Mann Bundeskanzlerin werden?“